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MobilCom rette sich wer kann 12.12.2001
Prior Börse
Rette sich wer kann, so die Empfehlung der Wertpapierexperten der "Prior Börse" für die Aktie der MobilCom AG (WKN 662240).
"MobilCom: 1 Milliarde Euro Verlust", auf diese Horrorzahlen müssten sich Anleger ab 2002 einstellen. Bislang gelinge es Vorstandschef Gerhard Schmid zwar noch, die horrenden UMTS-Kosten in der Bilanz zu verstecken. Doch vom nächsten Jahr an werde er sie selbst nach den Bilanzierungsregeln IAS offen ausweisen müssen.
Wegen des UMTS-Abenteuers drücke das Unternehmen mehr als 6 Milliarden Euro Schulden. Darauf dürften jedes Jahr mehr als 500 Millionen Euro Zinsen fällig werden. Zudem müsse MobilCom die für rund 8 Milliarden Euro erworbene UMTS-Lizenz über einen Zeitraum von 20 Jahren abschreiben, was jährlich mit weiteren 400 Millionen Euro zu Buche schlage. Unglücklicherweise seien mittlerweile auch alle schon bestehenden Geschäftsfelder (Festznetz, Mobilfunk, Internet) tief in die roten Zahlen gerutscht.
Das einzige, was den Konzern am Leben erhalte, sei die Kreditbürgschaft des Großaktionärs France Telecom (28,5 Prozent). Spannend werde es aber nächsten Sommer, wenn der Büdelsdorfer Telekom-Herausforderer Schulden in Höhe von 2,4 Milliarden Euro umschulden müsse. Das Gefeilsche darum werde einen ersten Vorgeschmack darauf geben, ob die Franzosen tatsächlich in Nibelungentreue zu MobilCom stünden - zumal dem französischen Staatskonzern mit einem Schuldenberg von 65 Milliarden Euro selbst das Wasser bis zum Hals stehe.
Daher müsse sich die France Telecom auch mit einem miserablen Kredit-Rating (BBB) abfinden und dafür deftige Zinsaufschläge in Kauf nehmen. Ins Reich der Märchen sollte man deshalb einen Artikel in der Financial Times einordnen, den Schmid vermutlich selbst lanciert habe. Darin heiße es, die Franzosen seien interessiert, MobilCom "zu 100 Prozent zu besitzen". Das würden die Analysten für blanken Unsinn halten, denn dann würden auch noch die über sechs Milliarden MobilCom-Schulden ihre ohnehin löchrige Bilanz verunzieren.
Paris dürfte ohnehin ziemlich sauer auf die Büdelsdorfer sein: Verkaufsgenie Schmid sei es nämlich gelungen, der France Telecom ihr MobilCom-Paket im Frühjahr 2000 zum Mondpreis von mehr als 3,5 Milliarden Euro unterzujubeln. Damals habe die Aktie in Nähe des Allzeithochs (210 Euro) notiert, jetzt aber nur noch bei 26 Euro. Es sei nicht auszuschließen, dass es für die Franzosen eines Tages billiger käme, ihren MobilCom-Anteil ganz abzuschreiben und dafür nicht mehr für den Büdelsdorfer Schuldenturm gerade stehen zu müssen.
Spätestens seit der Pleite der Schweizer Staatslinie Swiss Air erscheine es auch nicht mehr unvorstellbar, dass die France Telecom eines Tages selbst unter ihrer drückenden Schuldenlast zusammenbreche und MobilCom mit in den Abgrund reiße. Möglicherweise bereite sich Schmid schon auf seinen Absprung vor, ein wenig "Kurspflege" könne dabei nicht schaden.
Daher raten die Aktienexperten der "Prior Börse", sich aus der MobilCom-Aktie zu retten.
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